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Die FDP und Tinner kritisieren Hanselmann

Die FDP und Tinner kritisieren Hanselmann

Dass die Kantone St.Gallen, Graubünden und Glarus eine kantonsübergreifende Spitalplanung prüfen, ist gestern im Sarganserland auf positive Resonanz gestossen. Kritik an die Adresse der Stadtner Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann gab es allerdings von der FDP-Fraktion mit Präsident Beat Tinner. Ebenfalls zu Wort meldete sich die FDP Sarganserland.

Erschienen im Sarganserländer am 15.01.2020

St.Gallen/Sarganserland.– Zwar freue man sich auch bei der FDP, dass der Kanton St.Gallen seine Bemühungen verstärke, bei der Gesundheitsversorgung vermehrt in funktionalen Räumen zu denken, teilte Tinner im Namen der Fraktion mit. Der Zeitpunkt erstaune aber. Es sehe nicht nach seriöser Planung und koordiniertem Vorgehen aus, wenn die Gesundheitsdirektorin (Heidi Hanselmann) bereits mit neuen Ideen aufwarte, obschon die Regierung erst vor Kurzem eine neue Spitalstrategie in die Vernehmlassung geschickt habe und die Auswertung derselben aktuell noch im Gange sei. Die FDP weise seit Jahren darauf hin, dass die Gesundheitsversorgung und insbesondere die Spitalpolitik der Zukunft nur in funktionalen Räumen die nötige Qualität bei gleichzeitiger Finanzierbarkeit sicherstellen könne. Im Jahr 2018 habe die Regierung auf eine entsprechende Interpellation aber sehr zurückhaltend geantwortet. Gleichzeitig zeigt sich die FDP in ihrem Communiqué überzeugt davon, dass es «um die Spitäler noch viel prekärer steht, als die Regierung zugibt».

FDP fordert Zahlen

Diesbezüglich ist sich die FDP sicher, dass der Regierung seit Wochen Kennzahlen vorlägen, die der Öffentlichkeit sowie dem Kantonsrat und seinen Kommissionen vorenthalten würden. Es sei deshalb eine einfache Anfrage eingereicht worden, mit der diese Zahlen eingefordert werden. Diese seien sehr zentral, wenn es um eine abschliessende Beurteilung der «vorliegenden Spitalstrategie sowie der am Dienstag veröffentlichten Vorschläge für eine kantonsübergreifende Planung» gehe, so die FDP.

Gloor: «SVP hat unsere Ideen kopiert»

Mit einer Medienmitteilung auf die Gründung der IG Sardona und deren Idee reagierte gestern aber auch die FDP Sarganserland. Deren Präsident Ernst Gloor hielt fest, dass die (SVP-) Mitglieder der IG schlicht jene Forderungen kopiert hätten, welche die FDP Sarganserland bereits seit Jahren kundtue. Dies, nachdem die CVP und die SVP in Sachen Spitalplanung «monatelang die Emotionen geschürt und nichts zur sachlichen Diskussion beigetragen» hätten, erklärt Gloor. Das Gute daran sei immerhin, so Gloor, dass «die SVP endlich unsere Vorschläge aufgenommen hat». Das freue seine Partei sehr. Die St.Galler Regierung fordert er auf, nun die überkantonale Spitalplanung voranzutreiben.

Gartmann: «Super Sache»

Hocherfreut reagierte SVP-Kantonalpräsident Walter Gartmann (Mels) auf die gemeinsame Ankündigung der drei Kantone. Gartmann, der am Montag als Mitglied IG Sardona die Idee einer Gesundheitsregion Südostschweiz unter Einbezug des Spitals Walenstadt präsentiert hatte (siehe Ausgabe vom Dienstag), zeigte sich sehr zufrieden über die Absichten der drei Kantone. Er sei positiv überrascht, dass diese sich so schnell auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt hätten. Das zeige auch, dass sich die Arbeit der IG Sardona hinter den Kulissen gelohnt habe. Der im Ausland weilende Stadtner Gemeindepräsident Angelo Umberg wertete die neue Entwicklung als «sehr positiv», wie er via Gemeinderatskanzlei mitteilen liess. Von den Sarganserländer Kantonsräten sei gewünscht worden, dass sie sich fürs Spital Walenstadt einsetzen. Das werde nun gemacht. Die Forderung nach einer überkantonalen Strategie sei Teil der Vernehmlassung der Gemeinde.

Schnelle Antwort für Tanner

Zu Wort meldete sich gestern auch der Sarganser GLP-Kantonsrat Jörg Tanner. Er reichte wegen der Berichterstattung rund um die IG Sardona noch vor Veröffentlichung der Medienmitteilung der drei Kantone eine einfache Anfrage ein. So wollte er etwa wissen, ob die St. Galler Regierung die Idee einer überkantonalen Spitalplanung unterstütze. Die (indirekte) Antwort lag dann Minuten später bereits vor.

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